Seminar: Der öffentliche Raum und die Gesellschaft - Wem gehört die Stadt?

Abteilung Rechtswissenschaft

Der Master-Studiengang „Planung und Partizipation M. Sc.“ Legt viel Wert auf ein projektbezogenes Arbeiten. Die Ergebnisse der studentischen Projekte im Rahmen dieses Seminars werden auf dieser Seite veröffentlicht.

Inhalt des Seminars

Die Urbanisierung beschreibt nicht nur den Anstieg der Zahl der Stadtbevölkerung, sondern auch den Wandel des Lebens in der Stadt. Die Stadt wird immer mehr zu einem Ort der sozialen Interaktionen, ein Ort des Fortschritts, in welchem stets neue Ideen, neue Kulturen und neue Formen des Zusammenlebens entstehen. Um dieses Zusammenleben und den gesellschaftlichen Austausch zu fördern, brauchen die Städte zentrale Orte, die für jedermann frei und kostenlos zugänglich sind und einen Treffpunkt für Menschen darstellen. Räume des Gemeingebrauchs fördern eine (sozial-)nachhaltige Entwicklung der Stadt, indem sie eine uneingeschränkte und für alle gleichermaßen zugängliche Nutzung eines Ortes  sicherstellen. Das Zusammenleben der Menschen in den Städten findet im öffentlichen Raum statt – ob in Grün- und Parkanlagen, in öffentlichen Gebäuden oder auch auf den Straßen.

Im fortlaufenden Nutzungskonflikt der städtischen Flächen hat der öffentliche Raum an Bedeutung verloren. Straßen und Plätze erfüllen in der Stadt der Gegenwart hauptsächlich eine technische Funktion – insbesondere durch die fortwährende Zunahme des motorisierten Individualverkehrs. Zudem ist der öffentliche Raum einem ständigen Privatisierungsdruck ausgesetzt, wenn etwa vormals öffentliche Räume in private Shoppingareale übergehen. Und so stellt sich die Frage: „Wem gehört die Stadt?“

Allerdings reagieren sowohl die Stadtbevölkerung als auch die Politik auf diese Entwicklung. So bilden sich Bürgerinitiativen, die den öffentlichen Raum rückerobern wollen (beispielsweise der Stadtlücken e.V.). Auch werden mit Hilfe von Öffentlichkeitsbeteiligungen Konzepte erarbeitet, um Flächen und Gebäude im Besitz der öffentlichen Hand der Nutzung durch die Allgemeinheit zugänglich zu machen (Beteiligungsverfahren „Das Neue Schloss wird saniert und öffnet sich der Bürgerschaft!“). Hierauf baut das vorliegende Lehrformat auf: Anhand einer Analyse bestehender Leuchtturmprojekte werden die Studierenden partizipative  Konzepte zur Umwandlung freier Flächen in öffentliche Räume erarbeiten. Hierbei ist ein intensiver Austausch mit externen Projektpartner/-innen geplant. Zum Abschluss des Seminars werden die Ergebnisse zielgruppengerecht aufgearbeitet und präsentiert.

Projekte

Ablauf

Die Erarbeitung der Inhalte sowie die Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgen in drei Stufen:

  • In der ersten Stufe suchen Studierende partizipative (Leuchtturm-)Projekte, die sich mit dem Thema des öffentlichen Raums befassen. Die Studierenden nehmen Kontakt zu den Projektverantwortlichen auf.
  • Die zweite Stufe betrifft die Analyse- und Aufbereitungsphase. Anhand einer Akteurs-Analyse sowie einer Analyse der Abläufe und Prozesse der Beteiligungsprojekte erkennen die Studierenden die Stärken und die Schwächen des ihnen zugeordneten Prozesses. Anschließend erarbeiten sie Strategien und Verbesserungsvorschläge für die Projekte und erstellen Leitfäden für einen idealen Prozessablauf. Sie bereiten die Inhalte in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern auf. Dazu wird vorab gemeinsam ein Kriterienkatalog erarbeitet bzw. weiterentwickelt.
  • In der dritten und letzten Stufe werden die Ergebnisse aufbereitet und präsentiert. Die Aufarbeitung erfolgt möglichst zielgruppenorientiert, sodass auch Interessierte, die sich mit der Thematik nicht auskennen, den Ergebnissen folgen können. Die Ergebnisse können der Öffentlichkeit über die Webseite des Instituts bereitgestellt werden.

Lernziele

Die Studierenden des Masters Planung und Partizipation vertiefen ihr Wissen in der Konzeption partizipativer Ansätze an einem konkreten und aktuellen Thema. Dabei lernen sie die intensive Zusammenarbeit mit externen Praxispartner/-innen. Das konzeptionelle und analytische Vorgehen ergänzt ihr theoretisches Fachwissen. Die Studierenden lernen die selbstständige Ausarbeitung von Leitfäden, Handlungsempfehlungen und ähnlicher, kurz gefasster Darstellungen.

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